Themen: Schreibtagebuch, Schreiben, Roman, Trivia

Wird der Winter nochmals zeigen, dass er Eis und Schnee im Angebot hat oder dürfen wir uns auf den ersten Hauch des Frühlings freuen? Der Februar kann immer wieder für Überraschungen sorgen. Habe ich bereits erwähnt, dass ich ein richtiger Winterfan bin und mich bei eisigen Temperaturen erst richtig wohlfühle? Nein, wie kann das sein? Ich freue mich aber, wenn sich der Winter allmählich verabschiedet und das Tageslicht zurückkehrt. Mein Bild vom Februar sind Schneeglöckchen, die aus schmelzendem Schnee hervorspitzen.
Der Januar verlief damit, dass ich mich bei „Bruderküsse“ ordentlich ins Zeug gelegt und vier Kapitel geschafft habe. Insgesamt bin ich positiv ins neue Jahr gestartet – inklusive Corona. Abgesehen davon, dass ich mich einige Tage lang erschöpft gefühlt habe, war es nicht so dramatisch wie es klingt. Anderthalb Wochen zu Hause schlugen mir aufs Gemüt, weil ich ein aktiver Mensch bin und bevor mir die Decke endgültig auf den Kopf gefallen war, konnte ich mich endlich freitesten.
Nun mache ich mich voller vorfrühlingshafter Energie an die letzten Kapitel von „Bruderküsse“ und überarbeite immer wieder, was ich bereits geschrieben habe. Zweifel daran, ob Rimas zu Beginn nicht zu kaltblütig und brutal wirken könnte, befielen mich. Ursprünglich war er als der skrupellose KGB-Offizier angedacht, der sich nichts um die Gefühle und das Leben anderer Menschen schert. Ausgerechnet bei ihm kommt das Bad Boy-Trope, das eigentlich gar nicht meins ist, voll zur Geltung, als er plötzlich Verantwortung für Gisa übernimmt. Zu einem Wohltäter macht ihn das aber nicht, schließlich ist und bleibt er Geheimagent. Ich habe Rimas gleich am Anfang einen Flashback gegeben, eine Bewährungsprobe für ihn als jungen Offizier, in der er einen Befehl ausführen muss und zu versagen droht. Morally grey beschreibt ihn als Charakter am besten.
„Bruderküsse“ wird mein facettenreichstes Werk, in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen – und es wird ein epischer, leidenschaftlicher und brutaler Agentenroman. Mitunter fordert er mich, da Actionszenen, wenn sie mitreißen sollten, meine vollste Konzentration abverlangen. Ist die Abfolge logisch, die Handlung plausibel und werden auch die Figuren emotional miteinbezogen? Schreibe ich anschaulich und mitreißend genug, damit die Leserin, der Leser wie gefesselt weiterliest? Auch die Recherchen, die ich nebenbei betreibe, sind wichtig. Parallel zur Handlung spielen auch die Geschehnisse auf der politischen Bühne eine große Rolle, denn die Protas klinken sich mit ein, beziehungsweise werden ihre Entscheidungen und ihr Handeln davon betroffen.
Intrigen, überraschende Wendungen und die Frage, wer enttarnt wen zuerst – ich werde noch nicht allzu viel preisgeben. Das Ende wird überraschen, und auch ich bin gespannt …