Themen: Schreibtagebuch, Schreiben, Roman, Trivia
2023 ist gerade fortgerutscht und ich werde nicht sentimental auf dieses anstrengende, unruhige Jahr zurückblicken. Im Privaten hatte es sicher seine Momente, und so betrachtet war es kein schlechtes Jahr.
Nach wie vor glaube ich an eine Wende zum Besseren, die sich in den Köpfen vollzieht. Anstelle zu jammern, vieles von Vorneherein schlecht zu reden wünsche ich mir ein Ja zum Leben und die Fähigkeit, das Beste aus Situationen zu machen und mehr Selbstreflexion.
Da der Monat Januar nach dem zweigesichtigen römischen Gott Ianus benannt ist, der gleichzeitig zurück- und vorausblickt, sind die ersten Tage des Jahres eine gute Gelegenheit, sich selbst zu reflektieren. Betrifft auch mich. Auch ich habe meine Fehler gemacht und hatte meine Momente, in denen ich fast verzweifelt wäre.

Mein größter Fehler über so viele Jahre: Ich betrachtete Soziale Medien als Gradmesser meines Wertes und glaubte, mit erfolgreichen Autor*innen um jeden Preis mithalten zu müssen. Nach jedem Instagram- bzw. Facebookpost rief ich ziemlich häufig die Apps auf und spürte, wie mein Puls in die Höhe schoss, nicht aber die Anzahl der Likes, die ich meinte, verdient zu haben. Außer ich veröffentlichte ein Bild von mir selbst, mit oder ohne Buch. Ich fühlte mich mies, meine Arbeit wertlos, glaubte, den falschen Content und die falschen Bücher zu schreiben. Dies war unter anderem ein Grund, warum ich „Sterne der Freiheit“ so stiefmütterlich behandelt hatte. Aber auch der Grund, warum ich „Fremde Feuer“ aus meinem staubigen Keller hervorgeholt hatte. „Sterne der Freiheit“ hat es selbstverständlich nicht verdient, dass ich Teil Zwo in die Versenkung verbannen wollte. Schließlich erkannte ich: Social Media bildet nicht die Realität ab. Facebook erledigte sich aus Gründen für mich, und seitdem Instagram nur noch aus Werbung besteht, kaum noch ernst zu nehmen. Der einzige Weg, den Diktator Algorithmus auszutricksen ist, in die Stories zu posten. Hin und wieder erfolgreich. Auf Threads, meiner Hoffnung auf mehr Inhalt, mehr Text, mehr gegenseitige Aufmerksamkeit, hielt ich es gerade einmal zwei Tage aus. Es ist genauso oberflächlich wie all die anderen Plattformen. Dadurch wurde 2023 das Jahr, in dem ich mich immer mehr von Social Media abgewandt habe. 2024 wird es ein bisschen mehr sein und ich freue mich auf die Möglichkeiten, die mir die reale, analoge Welt eröffnet. Ich freue mich vor allem darauf, ein Stück mehr meine innere Freiheit wiederzugewinnen.
Damit blicke ich voraus auf die Veröffentlichung von „Bruderküsse“. Ich bin nun im letzten Drittel angelangt und blicke teils ungläubig, teils lächelnd auf den großen Teil der Strecke zurück. Schon wieder wird es ein 100 K Wörter und mehr Roman, aber wenn ein Agententhriller mit gewaltigem geschichtlichen Hintergrund kann nicht auf 38 000 Wörter reduziert werden. Wo bleiben bitte sehr die Actionszenen? Wo bleiben die Momente, in denen euch hoffentlich warm ums Herz wird: Die kultigen Autos der 1970er, die Musiktitel, auch die Schlager, und das Bonanzarad?
Zum Schluss komme ich zu meinen persönlichen Aufgaben für 2024: Auch mit 10 Rezensionen zufrieden sein, mich weniger unter Druck zu setzen und endgültig damit aufhören, dass ich mich mit anderen vergleiche. Ich bin Ira, und auf diesem Blog teile ich alles, was mich begeistert.