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An einer Buchmesse teilzunehmen war bisher ein Vorsatz. Würde mir ein Stand, an dem ich meine Romane präsentiere, Vorteile bringen? Oder dient eine Messe eher den Kontakten, der Steigerung der Bekanntheit und dem Gefühl, dabei gewesen zu sein? Wie ich die Buch Berlin 2024 erlebt und was ich von ihr mitgenommen habe, fasse ich für euch zusammen.
Im Frühjahr fragte mich mein Kollege Reiner Günter, mit dem mich das Genre/Thema Historische Romane ab 1945 verbindet, ob wir uns auf der diesjährigen Buch Berlin einen Stand teilen würden. So kam es schließlich auch und wir stellten vergangenes Wochenende unsere Werke aus.
Ich muss offen gestehen, nach so vielen Jahren, die ich nicht mehr in dieser Stadt war, hat mich Berlin erneut in seinen Bann gezogen. Viel Zeit, bekannte und noch unentdeckte Ecken zu besuchen, war natürlich nicht. Zwei sonnige Tage brachte ich in der Arena Berlin in Alt-Treptow zu, aber der besondere Spirit Berlins hat mich wieder erfasst. Ich wusste wieder, was ich vermisst hatte.
Am Samstag, den 21.09. um 08:30 ging es los. Reiner und ich bauten unseren Stand auf, legten unsere Bücher und passende Deko aus. Der echte Bernstein auf meiner Seite war ein Hingucker und leitete so manche späteren Gespräche zwischen Interessierten, Autorenkolleg*innen und Blogger*innen ein. Unter so vielen Austeller*innen gilt es, aufzufallen. Das war auch das Motto der Cosplays, die durch die Halle schweiften.

Nun zu meinen Erwartungen. Würde ich sämtliche Exemplare von „Bruderküsse“ und „Eis und Bernstein“ verkaufen und mit weniger Gepäck nach Hause fahren? Oder würde sich mein Messeauftritt als kompletter Flop erweisen? Noch bevor ich mich auf den Weg nach Berlin machte, erklärte mir mein Stiefvater, dass es auf Ausstellungen weniger um Verkäufe als um Kontakte gehe. Er selbst – inzwischen in Rente – hatte seine Erfahrungen auf Motorsportmessen gemacht. Also schraubte ich meine Erwartungen nicht zu hoch.
Bei dem enormen Angebot an Buchtiteln schien die Aufnahmefähigkeit des Publikums irgendwann am Limit zu sein. Dazu sorgte auch das herrliche Spätsommerwetter mit 25 Grad, dass die Messe nicht gerade überfüllt war. Das mit der Reizüberflutung bestätigte sich, als ich sowohl mit Kolleg*innen und Besucher*innen sprach. Ich kann es niemandem verübeln, denn es prasseln Buchcover ohne Ende auf einen ein, wie ich selbst bei meinen Runden durch die Arena erlebt habe. Es gäbe zahlreiche interessante und handwerklich gut geschriebene Titel, aber wenn, für welchen würde ich mich entscheiden?
Ich habe mit mir selbst vereinbart, dass ich meine Kapazitäten nicht mit einer Unmenge an Büchern, die mich ansprechen, auffüllen werde. Aber einen Roman musste ich kaufen: „Es war einmal in Deutschland“ von Stefan Barth (auf Netflix unter dem Titel „Blood and Gold“ verfilmt). Vor vielen Jahren fiel mir der Werbepost in einer Buchgruppe auf und sprach mich an. Der 2. Weltkrieg ist mitunter eines meiner Themen. Warum hatte ich damals nicht zugegriffen? Dafür lernte ich Stefan persönlich kennen, unterhielt mich eine Weile mit ihm und nahm seinen Weg als Selfpublisher als Ermutigung mit. Vielen Dank für die unterstützenden Worte und die schöne Widmung in deinem Buch, das ich mir nun endlich gekauft habe!
Zu den Highlights auf der Buch Berlin zähle ich definitiv, dass eine Bloggerin „Bruderküsse“ gekauft hat und das Cover von „Eis und Bernstein“ gleich jemanden geflasht hat.
Eine Besucherin bestätigte mich: „Tolles Thema, der Kalte Krieg und die Wende. Von Ihren Büchern sollte es mehr geben!“ Auf jeden Fall bin ich neugierig und sehr gespannt bis aufgeregt, wie „Bruderküsse“ ankommt.
Am Montag Mittag stieg ich wieder in den Zug Richtung Süden. Zwar nicht mit leichterem Gepäck, aber reich an Begegnungen, Erfahrungen und Inspirationen fürs nächste Mal. Wer weiß, vielleicht komme ich mit der Concorde an?
Reiner, dir viel Erfolg mit dem Start von „Zeit der Zweifel“ Teil 2! Und allen anderen vielen Dank, dass ich euch kennenlernen durfte.