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Ergeht es euch beim Lesen eines Romans auch so? Dass mit der Zeit, je tiefer ihr in die Handlung eintaucht, die Charaktere wie Freunde für euch werden und ihr sie gar ins Herz schließt?

Als Autorin habe ich natürlich einen anderen Bezug zu ihnen, denn sie sind meine geistigen Kinder. Ich verbringe doch täglich ein paar Stunden mit ihnen und das über Wochen und Monate hinweg. Bei Concorde kamen die Protas zum Plot, und klar, für jede Geschichte braucht es Figuren, mit denen wir uns identifizieren können, die wir bewundern, und die wir gerade in diesen grauen, unsicheren Zeiten als unsere heimlichen Heldinnen und Helden brauchen. Wir fiebern und leiden mit ihnen mit, wenn sie Rückschläge einstecken müssen und enttäuscht werden. Spannende Charaktere können wir durchaus hinterfragen, wenn sie Fehler machen und wir uns an ihrer Stelle anders entschieden hätten oder vorsichtiger gewesen wären.
Nun bin ich mit meiner Concorde-Crew durch mehr als zwei Drittel des Romans gereist und möchte euch vorstellen:
Konstanze Weber

Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde fliegen davon.
Zu Beginn, 1969, ist Konstanze 21 Jahre alt und lebt bereits seit einem Jahr in England. Noch während sie in der Enge der elterlichen Wohnung im Nachkriegs-München lebte, begeisterte sie sich für das Land der Beatles und der neuesten Mode und folgte als Au Pair-Mädchen dem Ruf des Swinging London. Anders als ihre Schwester Lilo, die auf Wunsch der Mutter den Bundesbahnbeamten Heinrich heiraten soll, möchte Konstanze eines: Unabhängig sein, in die Welt hinausgehen und ihre Entscheidungen selbst treffen. Doch in ihrer Gastfamilie erlebt sie, dass in ihrem Traumland nicht alles Gold ist, was glänzt.
Als Konstanze auf eine Annonce stößt, in der die British European Airways Stewardessen anwirbt, ist ihr Hunger nach Freiheit und Abenteuer geweckt und sie kennt kein Halten mehr.
Obwohl sich damals die Anforderungen an Flugbegleiterinnen auf Äußerlichkeiten beschränkten und Bedingung war, unverheiratet und kinderlos zu sein, liebt Konstanze ihren Beruf. Sie kümmert sich darum, dass sich ihre Passagiere wohlfühlen und ist warmherzig, loyal und bereit, auch ihre Grenzen zu überschreiten. Das gilt auch für die Liebe, die sich für eine junge Frau nicht immer als leicht gestaltet, vor allem, wenn sie oft und lange unterwegs ist und ihr Herz an jemanden hängt, der es bricht …
Anthony „Ace“ Carter Fulton

Wäre es nach Anthonys Vater Gregory, einem Bankier mit großen Ambitionen gegangen, hätte er in Oxford Wirtschaftswissenschaften studieren sollen. Aber Anthony fasst es so zusammen:
»Flugzeuge faszinierten mich bereits als Kind. Ich bewunderte die Piloten, die für England flogen und die nach dem Krieg als Helden gefeiert wurden. Später sammelte ich die Modelle der Lancasters, Vickers und Whithworth-Amstrongs. Eigentlich sollte ich nach dem Wunsch meines Vaters etwas anderes werden, aber für mich gab es nur eines: Selbst in der Kanzel sitzen und fliegen.«
Wisst ihr, wie Anthony zu seinem Namen Ace gekommen ist? In den 1950er und 60er Jahren kam es oft zu tragischen Flugzeugunglücken, weil das Material nicht standhielt. Bei einem Landemanöver unter erdenklich schwierigen Bedingungen – Dunkelheit, Seitenwind und Nässe – landete er die Comet sicher in Toronto. Da ihm sein Ruf vorauseilte, jedes Flugzeug fliegen zu können, wird Anthony ins Testpiloten-Programm für die Concorde aufgenommen. Bisher noch auf der Ersatzliste, bis ihn unerwartet ein Anruf ereilt … Für einen risikofreudigen und zielstrebigen Menschen wie ihn erfüllt sich damit ein Traum.
Cassandra Harrington

Cassandra, genannt Cassie ist Anthonys jüngere Schwester. Als Kinder waren sie eine eingeschworene Gemeinschaft, die gegen die strengen, lieblosen Eltern zusammenhalten musste. Nach dem Willen des Vaters sollte Cassie mit 18 Jahren einen älteren Adeligen heiraten, der weitschichtig mit der Königsfamilie verwandt ist. Aber sie erteilt dem Auserkorenen eine drastische Abfuhr, heiratet aus Liebe den örtlichen Labour-Vorsitzenden David Harrington und kandidiert fürs Unterhaus. Gelegentlich rückt sie Anthony zurecht und steht ihm in einer schwierigen Lebensphase bei. Denn die Bande zwischen den beiden bleiben nach wie vor sehr eng.
Joyce Townsend

Freundschaft auf den ersten Blick – so ergeht es Konstanze, als sie im Heathrow-Express Joyce begegnet. Die junge Engländerin hat den gleichen Weg wie sie, zum Einstellungsgespräch der British European Airlines. Während des Kurses teilen sich die beiden ein Zimmer und nehmen später eine Wohnung. Pragmatisch, ehrlich und immer eine lustige Bemerkung auf den Lippen, damit steht Joyce Konstanze bald näher als ihre eigene Schwester.
Seamus Banks

»Die meisten Stewards sind doch schwul«, so das gängige Vorurteil. Für einen jungen queeren Menschen war es früher nicht leicht, unter den engen Moralvorstellungen frei zu leben, und damals war Homosexualität noch strafbar. Seamus Banks lässt nicht nur die gesellschaftlichen Konventionen zurück, sondern auch die religiösen und politischen Konflikte seiner Heimat Nordirland. Empathisch, gelassen und manchmal auch nachdenklich gehört er zu Konstanzes Freunden.
Bridget Mannings

Auch herzliche Feindschaften ergeben sich von Anfang an. So ist es auch bei Konstanze und Bridget. Sicherlich sind euch Menschen wie Bridget bereits begegnet, besserwisserisch, herablassend und freundlich ins Gesicht lächelnd. Sie scheinen stets die Beliebtsten und die Besten zu sein, und gar prädestiniert, überall hinzukommen, wo man selbst gerne wäre. Spannend dürfte es werden, wenn Konstanze und Bridget bei der Auswahl der Concorde-Crew wieder aufeinandertreffen. Obwohl eine Crew nur so gut ist wie ihr Zusammenhalt, dürfte es genug Zündstoff geben …
Ich hoffe, die kleine Vorstellung meiner Protagonist*innen hat euch neugierig auf den Roman gemacht. Bald werdet ihr die erste Leseprobe bekommen. Stay tuned!