Themen: Schreiben, Roman, Settings, Zeitgeschichte, Concorde
Die Augen schließen, schöne Bilder vor sich sehen und abheben an ferne Orte und faszinierende Schauplätze – wer möchte das nicht in Zeiten, in denen sich der Wind gedreht hat? Ich als politisch interessierter und positionierter Mensch muss gestehen, dass ich mich in meinem Eskapismus auf der Concorde recht wohl gefühlt habe. Schreiben ist meine Leidenschaft und sie macht mich glücklich. Zu glücklich, um mich herunterziehen zu lassen.
So geht in den letzten Februartagen der Winter in die Endrunde. Es ist noch kalt, aber wir sehnen uns, freuen uns auf die Wärme der Frühlingssonne. Um die Zeit bis dahin erträglich zu machen, möchte ich von den Settings erzählen, an denen Concorde spielt und von der damaligen Zeit, die ihren besonderen Charme auf sie legt. Denken wir nur an das New York der späten 1970er Jahre – aber dazu später mehr. Settings haben eine Macht und schreiben fast den Roman mit den Bildern, Emotionen und der Atmosphäre, die sie in uns hervorrufen.
Ausgangspunkte sind das München der deutschen Nachkriegsjahre und das London, das für eine junge Frau wie Konstanze verlockender ist als die Eisenbahnersiedlung in Freimann. Dagegen erscheint der Sitz von Anthonys Familie in Berkshire wie die Kulisse aus einem Film. Länger als sie ist er als Pilot in der Welt unterwegs, doch für die junge Stewardess bedeutet bereits eine Metropole wie Istanbul Exotik. Ihr steht allerdings noch eine weite Reise bevor.

Schauplätze, an denen Concorde spielt
Zwischen zwei prächtigen Stadtpalästen leuchtete die untergehende Sonne durch eine Lücke und hauchte die Mauern in zarten Rottönen an. Die Silhouetten der Minarette und Kuppeln zeichneten sich scharf gegen den glühenden Himmel ab, und die Lichter der Stadt begannen zu funkeln. Allmählich verschwand die Helligkeit des Tages, von dem sich ein transparentblauer Streifen hielt. Konstanze erschien es, als würde mit der Nacht ein anderes, sinnliches, rauschendes Leben in dieser Stadt erwachen.
Istanbul; aus dem Kapitel „To Love Somebody“
»Streck die Hand aus.« Der zärtliche Stüber, den Norman ihr in die Seite verpasste, ließ sie perplex zusammenzucken. Plötzlich schien er aufzutauen und ermutigte sie mit einem Lächeln. »Kannst du den Wasserstrahl fangen?« Er spreizte die Finger, als das Boot ganz nah an der Fontäne vorbeizog.
Genf (wer ist eigentlich Norman?!) Aus dem Kapitel „Delilah“
Golden überhauchte die Abendsonne die Brandung, die tosend auf den Bondi Beach prallte. Erschöpft von den dreißig Stunden im Flugzeug lief Konstanze durch den nassen Sand. Sanft auslaufende Wellen umspülten ihre Knöchel, dabei beobachtete sie die Surfer, die geschickt auf ihren Brettern balancierten und auf der nächsten Woge weiterritten.
Sydney/Bondi Beach; aus dem Kapitel „You Make Me Feel Brand New“
Schließlich bringt ab 1976/77 Anthony die Concorde über den Atlantik und wir landen im Washington und New York, wie wir es aus Filmen und Serien dieser Zeit kennen. Sinnbildlich für diese Ära rollt die Disco-Welle durch die Clubs wie das legendäre Studio 54 (auch ein Schauplatz). Nun ratet, in welcher Stadt sich Anthony und Konstanze auf dem Bild befinden. Es dürfte nicht allzu schwer sein. Übrigens brauchte die Concorde von London nach New York, beziehungsweise Washington ungefähr 3,5 Stunden. Die Crew hatte einen Tag Stopover, bevor es wieder zurück ging. Zeit für einen Spaziergang durch den Central Park, vorweihnachtliches Shopping, Sehenswürdigkeiten zu besuchen oder einfach nur zu feiern wie 1977.

Blaue Lichtblitze zuckten, dazu entlud sich Donna Summers sinnliche Stimme in I Feel Love. Vom Publikum nahm Konstanze nicht mehr als kurz beleuchtete Umrisse wahr. Vor ihr tat sich ein Babylon auf, das sie beängstigte.
New York/Studio 54; aus dem Kapitel „New York Groove“
Natürlich habe ich noch einige Settings mehr und würde euch gerne mit auf die Reise nach Singapur oder an den Persischen Golf nach Manama nehmen. Seid ihr bereit und möchtet mitkommen? Ein wenig Eskapismus macht glücklich und ich hoffe, Concorde – Vom Himmel berührt ist dabei ein guter Begleiter.