Themen: Roman, Historischer Roman, Zeitgeschichte, Leseprobe, 1970er Jahre, Concorde, England, UK, Luftfahrt
2,2. Nicht Mach, sondern über 2,2 K Wörter umfasst der zweite Teil von Concorde Wo der Himmel endet. Und nun stehen in beiden Sprachen die Worte Ende – The End unter dem Epilog.

die Hamptons und England
Im Januar habe ich mit der Fortsetzung begonnen und dank des Flows konnte ich sie gut wie am Stück schreiben. Mit dieser Wortzahl habe ich meine eigene Schallmauer durchbrochen ohne dass ich es beabsichtigt hätte.
Nun sind meine Protagonisten alles andere als wortkarg. Habe ich mich in meinen früheren Werken wie Schwalben auf szenische Landschafts-, Orts- und Stimmungsbeschreibungen beschränkt, gehe ich bei meinen Charas emotional mehr in die Tiefe und baue die Szenen aus. Fast schon wie in einer Netflix-Serie sind die Figuren ausstaffiert. Ein Roman über die Concorde mit 200 Seiten würde ihr, den Figuren und ihrer Zeit auch nicht gerecht werden.
Schuld daran, dass Wo der Himmel endet mehr Umfang hat, ist Everett. Im Klappentext heißt es: Während eines Fluges unterbreitet ihr der amerikanische Tycoon Everett J. Hunter ein Angebot, das verlockend erscheint. Soll Konstanze für die Airline arbeiten, die der charismatische Geschäftsmann gründen will, oder in Großbritannien bleiben, das Arbeitslosigkeit und Streiks erschüttern?
Von Freundschaft, neuen Berufungen, einem Millionär und warum Concorde mehr als ein romantischer Roman ist
Nun wird Everett eine größere Rolle spielen – auch in Konstanzes Leben? Mit ihm als schnoddrigen New Yorker, der sich als Neureicher seinen Platz an der Upper East Side mit den Ellenbogen sichert, wandert das Setting in die „Stadt der Träume“. Wir finden uns in der heruntergekommenen und dennoch schillernden Kulisse jener Filme wieder, wie wir sie aus den 1970er Jahren kennen, mit ihrem Nachtleben, den Twin Towers und dem Empire State Building. Und ich hoffe, ihr könnt euch bildlich dorthin versetzen, wenn ihr Wo der Himmel endet lest. Für mich war es herausfordernd und interessant, eine Figur wie Everett zu erschaffen, denn er ist laut, charmant, stolz und seine Abgründe sind die tiefer als die Straßenschluchten Manhattans.
Auf Anthony wartet eine neue Aufgabe neben den Linienflügen zwischen London – New York, Washington und Barbados. Die Concorde-Flotte wächst und dafür werden Piloten benötigt, die den Überschalljet fliegen können. Also wird er von Sir Alexander dazu berufen, die Neuen auszubilden. Und zwar auf der Air Base Brize Norton, wo ein Hauch des Kalten Krieges über die Betonpisten und die Flugzeughangars weht, wenn nebenan die F-6 starten.
Bridget bekommt auf jeden Fall ihren Subplot. In Vom Himmel berührt ist sie die raffinierte Intrigantin, die es immer wieder schafft, Menschen zu manipulieren und sich als Unschuld in Person darstellt, aber Konstanze das Leben schwer macht. Gelingt es Bridget, Anthony zu gewinnen, auf den sie längst ein Auge geworfen hat?
Die Freundschaft zwischen Konstanze und Seamus spielt in Teil 2 eine wichtige Rolle, denn die beiden sind wie Seelenverwandte. Wie Konstanze wünscht sich Seamus nichts sehnlicher als eine beständige Beziehung und endlich anzukommen. Der aus Belfast stammende Steward ist eine der sympathischsten Figuren, muntert Konstanze mit seinen Sprüchen auf und empfindet mit ihr mit – andersherum ist sie für ihn da, wenn das Schicksal sich gegen ihn wendet.
Concorde ist mehr als ein romantischer Roman mit einer Prise Nostalgie. Was die Leser bisher positiv bewertet haben, sind die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe. Die 1970er Jahre waren nicht ganz ohne. Wusstet ihr, dass das Vereinigte Königreich 1976 an einer Staatspleite vorbeigeschrammt ist, das Pfund mehrfach abgewertet wurde und man damals vom kranken Mann Europas sprach? Grund war die Rezession, die auf die Ölkrise von 1973 folgte und die (West-) Deutschland dank der Sozialen Marktwirtschaft glimpflich abfangen konnte, obwohl auch hierzulande die Arbeitslosigkeit stieg? Anders als in den USA und in UK. Dort erschütterten monatelange Streiks den Alltag im sogenannten Winter of Discontent 1978/79 und da die damalige Labour Regierung unter Premierminister Jim Callaghan die Probleme wie Arbeitslosigkeit und Inflation nicht lösen konnte, führte dies zum Aufstieg von Maggie T.
Aber keine Sorge, langweilige Theorie und Zahlen werden nicht auf euch zukommen. So war es auch nicht im 1. Teil.
Wird es Anthonys Vater Gregory gelingen, den Familiensitz Selsdon Hall zu halten, nachdem er mit seinen Geschäften die Krise zu spüren bekommen hatte? Oder nimmt auch hier das Drama seinen Lauf? Bewegte Zeiten stehen auch Cassie als Politikerin bevor. Wird sie ihren Sitz im Unterhaus verteidigen können?
Freut euch schon einmal auf die Settings. Nach London, New York und Washington führt die Reise weiter in den Sommer in den Hamptons, Thanksgiving in Florida und den Winter in Aspen, Colorado. Ich hatte Barbados versprochen und wir werden Palmenstrände und türkisfarbenes Wasser anfliegen.
Noch braucht das Manuskript ein wenig Feinschliff, Szenen wollen durchgegangen und überarbeitet werden und das Feedback meiner Betaleser ist mir sehr wichtig. Im Oktober wird es voraussichtlich wieder so weit sein, wenn der Countdown für den Take Off läuft und Wo der Himmel endet an den Start geht. Seid ihr schon gespannt? Ich bin es.