Themen: Schreibtagebuch, Schreiben, Roman, Trivia

Auswärts – damit ist der Winter gemeint, der sich bereits im Januar verzogen hat. Früher hatte dieser Ausruf mehr Bewandtnis, da mit dem ersten Frühlingsmonat die Aussaat begann und sich die Menschen nach der Sonne und milderen Tagen gesehnt hatten.
Freuen wir uns nicht auch, wenn wir März auf dem Kalender lesen? Es wird Frühling, sein leichter Hauch liegt in der Luft und die Natur ist kurz davor, mit sattem Grün und den ersten Knospen zu bersten. Noch sind die Tage und Nächte kühl und erinnern uns daran, dass das Jahr noch jung ist, aber die ersten sonnigen, warmen Nachmittage werden uns zum Kaffee auf der Terrasse oder dem Balkon oder zum Spazierengehen einladen.
Nicht nur draußen tut sich etwas, auch in meinem Schreibzimmer. Nur noch anderthalb Kapitel, dann ist das Manuskript von Bruderküsse abgeschlossen. Das große Finale, der Showdown stehen kurz bevor. Ich habe bereits, kurz nachdem ich den Anfang geschrieben hatte, die letzten Szenen geplottet. Beides muss stehen, damit ich bereits zu Beginn spüre, ob eine Idee einen gesamten Plot trägt. Außerdem schreibe ich den größten Teil in einzelnen Szenen, die ich in die endgültige Reihenfolge bringe und miteinander verbinde. Meistens kommen mir dadurch neue Ideen, die Handlung wie Protagonisten in eine andere Richtung lenken und den Plot bereichern und vorantreiben.
Trotzdem bin ich aufgeregt auf das Finale von Bruderküsse, obwohl ich weiß, wie der Roman um Spionage, die Bonner Republik und die Geheimdienste des Kalten Krieges und – eine Ost-West-Liebe – ausgeht. Ich muss gestehen, dass meine Gefühle gemischt sind. Über Monate hinweg waren Rimas und Francis meine Begleiter, ich steckte in ihren Gehirnen und in ihren Welten, kannte ihre Motivationen, ihre furchtbaren Seiten und ihre durchaus guten Wesenszüge. Ich machte mir Gedanken über ihre nächsten Winkelzüge und vor allem, wer wen zuerst enttarnt.
Bald muss mich von ihnen verabschieden und überlasse sie euch. Ich werde mit Erleichterung das Wort Ende schreiben, da ich noch vor einem halben Jahr dachte, ein endloser Weg würde vor mir liegen. Nun sehe ich das Ziel vor mir und bin erleichtert, auch ein wenig stolz auf mich. Zwischendurch kamen Zweifel auf, rang ich um Motivation. Die wundervollen Szenen zwischen Rimas und Gisa, die Sequenzen, in denen auch der Atem stillsteht, und die große Geschichte überzeugten mich davon, dieses Ding durchzuziehen.
Und ja, ich habe es fast geschafft! Demnächst werde ich das Cover von Bruderküsse zeigen und den Veröffentlichungstermin bekannt geben. Seid ihr schon gespannt, wie das Cover aussieht? Was macht für euch ein gutes Ende aus? Oder gute Protagonist*innen?