Hej Juli

Themen: Schreibtagebuch, Schreiben, Roman, Trivia

Das erste halbe Jahr ist wie im Flug vergangen und der der Hochsommer beginnt. Viele von euch werden in den Urlaub reisen. Wir waren bereits fort und auf Balkan-Tour durch Montenegro und Kroatien, deshalb gab es letzten Monat keine Beiträge. Das nächste Making-of zu „Morgenröte des Aufbruchs“ (Eis und Bernstein II) wurde nicht mehr fertig, aber ich bin noch dran. Genauso wie an den letzten Überarbeitungen des 2. Teils.

Wann genau erscheint jetzt „Eis und Bernstein II“? Am 20. Juli ist es so weit und Rasa begibt sich in neue, riskante Missionen. Gleichzeitig steht vor Herausforderungen, die die politischen Umbrüche der 1980er Jahre mit sich bringen und zweifelt an ihrer Loyalität zu ihrem Vorgesetzten Rimas. Demnächst werde ich das Cover vorstellen. Auch die spannende Frage, ob sie bei Valdas bleibt, wird beantwortet. Aber es geschieht auch etwas Schönes, was wir ihr von Herzen gönnen. Wer „Eis und Bernstein“ noch nicht kennt, kann inzwischen mit dem ersten Teil in eine Saga à la „Krieg und Frieden“ einsteigen.

Dies ist kein Eigenlob, sondern ein Zitat aus einer Rezension, die Meinung einer Leserin. Ich neige leider eher dazu, zu bescheiden zu sein und mein Licht unter den Scheffel zu stellen. Dabei können wir Autor*innen und alle kreative Menschen, die vielleicht nicht berühmt sind oder es auf die Bestsellerliste geschafft haben, auch einmal stolz auf unsere Arbeit sein. Was auf den ersten Blick wie ein Zeitvertreib, ein Hobby neben dem Beruf aussieht, ist in Wirklichkeit harte Arbeit. Zunächst braucht es eine Idee, die zünden muss, anschließend weitere Ideen, um sie zu tragen und zum Leben zu erwecken. Mir passiert es immer wieder, dass ich meine Kolleg*innen für ihre Ideen bewundere. Wie geht es euch, wenn ihr ein Buch in der Hand haltet oder ein Kunstwerk betrachtet?

Zu guter Letzt habe ich noch etwas für euch. Sneak peek in „Morgenrot des Aufbruchs“ – hier kommen ein paar Zitate:

»Jetzt sind wir offiziell verheiratet«, sagte er feierlich und schob den Ring über die Glieder ihres Fingers. Dabei gab er ihr mit einem Blick aus seinen grünen Augen zu verstehen, dass er sich wünschte, er wäre im realen Leben nichts lieber als der Mann an ihrer Seite. Seinen Ehering hatte er bereits angesteckt.
Der goldene Reif schmiegte sich an Rasas Ringfinger, als gehörte er dorthin.

Abwechselnd betrachtete Rimas die Abzüge der Fotos und Rasa, die vor seinem Schreibtisch saß. Trotz der schlechten Lichtverhältnisse und der tarnenden Uschanka ließ sich auf dem Bild das Gesicht des Amerikaners einigermaßen erkennen. Glaubten die Yankees, sie brauchten sich nur den Gepflogenheiten hierzulande anzupassen und sie gingen als Sowjetbürger durch? Wie lange lebte der Mann, der eine spitze Nase hatte, bereits in Litauen? Rimas wusste aus persönlicher Erfahrung, dass die Geheimdienste – auch sein eigener – über Jahre und Jahrzehnte ihre Offiziere im jeweiligen Feindesland abkommandierten, wo sie amerikanischer als die Amerikaner, beziehungsweise russischer als die Russen lebten, unauffälligen Berufen nachgingen und akzentfrei die Sprachen beherrschten.

»Wir hatten es nochmals miteinander versucht«, erinnerte er sie. »In den vergangenen Jahren hatte ich nicht gerade das Gefühl, dass du mich noch willst.«
Schweigend starrte Rūta in ihr Teeglas. Empfand sie Trauer oder Reue, dass sich die Liebe davongeschlichen hatte? Dass etwas so Großes, Vollkommenes und Bedingungsloses gestorben und zu Staub zerfallen war? Vielleicht gab es einen Friedhof der großen Lieben, wohin die entzweiten Paare, jeder für sich, in Träumen und Gedanken wandelten und die unsichtbaren Tränen wie Blumen an den Grabstätten hinterließen. In einen imaginären Stein stand auch Rūta und Valdas gemeißelt.

Habt ihr bereits eine Wunschliste für eure Urlaubslektüre? Wenn die Schnipsel Lust auf mehr machen, setzt „Eis und Bernstein“ als erfrischende Lektüre auf die Liste. Wollt ihr mehr über die Saga, ihre Charakatere und Entstehung erfahren? Bleibt gerne noch auf meinem Blog, dort könnt ihr sie kennenlernen.

Veröffentlicht von autorinirahabermeyer

Ich bin Autorin aus Leidenschaft für Geschichte und insbesondere das 20. Jahrhundert. Auf dieser Seite lasse ich jede*n gerne mitlesen, wie aus einer ersten Idee, einer Inspiration oder einer Faszination ein Roman oder eine ganze Reihe entsteht.

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