Kannst du einen Roman über Deutschland schreiben? Ja! – Making of „Bruderküsse“ #1

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Bisher spielten meine Cold War Fiction-Romane im Baltikum in der Wendezeit, „Fremde Feuer“ ist eine Alliierten-Weltkriegssaga mit London als Setting, der Hauptstadt der Exilanten. Habe ich mein eigenes Land vernachlässigt und plagt mich ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Romane über die DDR oder das 3. Reich geschrieben habe?

Nein, denn mit dem „Deutschen Spiel“ habe ich 2017 meine Schuldigkeit erfüllt. Allerdings spielt dieser Roman in der Gegenwart und ist aufgrund der Erkenntnisse und Entwicklungen in Social Media – Stichwort Bots – schon fast historisch.

Die Idee, einen Roman über die Ära Willy Brandt und die Guillaume-Affäre zu schreiben, hatte ich nach „Das deutsche Spiel“. Angesprochen hatten mich die goldenen 1970er Jahre mit ihren Ereignissen wie auch ihrer Ästhetik schon längst. Als Kulisse dient die alte Hauptstadt Bonn, die die Atmosphäre der BRD als junge, lebendige Demokratie ausatmet, und natürlich Willy Brandt als historische Persönlichkeit im Subplot. Die „Wandel durch Annäherung“-Politik, die die Wiedervereinigung erst möglich machte, die Olympischen Spiele von 1972 mit dem Geiseldrama, die RAF im Hintergrund und die Guillaume-Affäre 1974 bieten genug historischen Stoff. Jedoch hatte ich weder passende Protagonist*innen, noch eine Geschichte, die mich selbst begeistern würde.

Bonn in den 1970er Jahren: Ein schillerndes Spielfeld der Macht und der Verführung, der Täuschung und des Verrats.

1972: Nach einem rigorosen Einsatz wird der KGB-Offizier Rimas Rutkus mit einem besonderen Auftrag in die Bundesrepublik eingeschleust. Unter falscher Identität soll er sich über die ehrgeizige wie idealistische Gisa Zugang zu den Bonner Regierungskreisen verschaffen und sie für den sowjetischen Geheimdienst rekrutieren. In Zeiten einer neuen Ostpolitik hat Moskau durchaus Interesse, seinen Einfluss auszuweiten.

Was für Rimas als Romeo-Mission geplant war, entwickelt sich in eine andere Richtung und er empfindet bald mehr für die junge Frau, als er sollte.

Auch der aus den Südstaaten stammende CIA-Agent Francis Haywood wird nach Bonn beordert. Jedoch ahnt er nicht, wer sein freundlicher Nachbar wirklich ist.

Als Rimas ins Fadenkreuz der Geheimdienste gerät, setzt die CIA Francis auf ihn an. Bald wirft eine größere Spionageaffäre ihren Schatten auf die Bonner Republik, und auch Rimas droht, aufzufliegen. Kann er sich und Gisa aus der Schusslinie von BND und CIA retten?

Vorläufiger Klappentext

Mit Rimas entwickelt die Ur-Idee ein Eigenleben. In „Eis und Bernstein“ ist er berüchtigt: Rimantas Kazimieras Rutkus, General des KGB. Als absoluter Widersacher, Mastermind düsterer Komplotte war er gewiss nicht als glorreicher Held angedacht – und wurde doch zum heimlichen Star bei den Beta-Leser*innen meiner Litauen-Saga.

„Bruderküsse“ ist eine Art Prequel zu „Eis und Bernstein“ und wir erleben Rimas als einen Anakin Skywalker, bevor er zu Darth Vader wurde. Noch etwas Gutes in dem jungen Rutkus steckt. Und das sind die heimlichen, verbotenen Gefühle für seine Romeo-Mission Gisa. So kaltherzig und abgebrüht ist er doch nicht, und wie lange kann er seine falsche Identität aufrechterhalten?

Nebenan in Bad Godesberg lebt sein eigentlicher Feind, der CIA-Agent Francis Robert Lee Haywood aus Birmingham, Alabama. Nicht einmal seine Frau Juniper weiß, was er tatsächlich macht. Seitdem er mit ihr verheiratet ist, lässt er sie im Glauben, er arbeitet für die US-Botschaft. Das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen Francis und Ville – aka Rimas – ist eine wackelige Angelegenheit, bis einer den anderen enttarnt.

Ich kann auch Deutsch. Mit „Bruderküsse“ möchte ich beide Welten miteinander verbinden und selbst tiefer in die jüngere Geschichte der Bundesrepublik eintauchen.

Veröffentlicht von autorinirahabermeyer

Ich bin Autorin aus Leidenschaft für Geschichte und insbesondere das 20. Jahrhundert. Auf dieser Seite lasse ich jede*n gerne mitlesen, wie aus einer ersten Idee, einer Inspiration oder einer Faszination ein Roman oder eine ganze Reihe entsteht.

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