Themen: Schreibtagebuch, Schreiben, Roman, Trivia

Leichtigkeit liegt mit den ersten warmen Tagen in der Luft und die Abende werden länger. Der Duft frisch gemähten Heus erinnert uns bereits an den Sommer und an noch mehr Lebendigkeit und Stunden im Freien.
Vergangenen Monat hat „Bruderküsse“ das Licht der Welt erblickt und ich fühle mich erleichtert und soweit zufrieden, dass ich mit der nächsten Veröffentlichung keine Eile habe. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass „Bruderküsse“ ein Meilenstein für mich ist, von dem aus ich zurückblicken kann, was ich bisher geschafft habe.
Natürlich habe ich ab dem Zeitpunkt, an dem der Roman auf allen Plattformen vorbestellbar war, dafür auf Instagram, meiner Seite und auf TikTok geworben. Zwar ist Social Media wichtig für die Präsenz, aber da Beiträge durch die Timeline rutschen und vom Algorithmus unterschiedlich bewertet werden, verlasse ich mich nicht alleine darauf. Ich schließe nicht aus, dass durchaus Buchverkäufe auf Instagram und Co. zurückzuführen sind, aber nicht jede*r ist dort vertreten. Mit einem Zeitungsartikel erreicht man die reale Welt, die sicherlich für diesen Roman offen ist.
Also schrieb ich die beiden Lokalredaktionen, sowie das Stadt-Magazin an:
Vor 50 Jahren, im April 1974, erschütterte mit der Guillaume-Affäre ein Spionageskandal die junge Bundesrepublik und führte zum Rücktritt Willy Brandts, dem damaligen Kanzler. Diese Politaffäre, eingebettet in rasante Action, geheime Intrigen, sowie einer leidenschaftlichen und gefährlichen Ost-West-Liebesgeschichte, ist der Stoff des Spionageromans »Bruderküsse« der Autorin Ira Habermeyer, der am 05. April erscheint. Neben der Kulisse der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, die während des Kalten Krieges auch als Hauptstadt der Spione bekannt war, bietet der Roman jede Menge Zeitkolorit sowie den Bezug auf Ereignisse wie die Olympischen Sommerspiele 1972 in München, die Ölkrise und die Ära Brandt.
Damit war der aktuelle Bezug gegeben, sowie die Besonderheiten von „Bruderküsse“. Eine Lokalzeitung rief mich an und führte ein Interview, die andere übernahm größtenteils meine Pressemitteilung. Mit dem Stadtmagazin bin ich in Kontakt, um einen Termin für ein Interview zu finden.
Der Unterschied und Vorteil eines Berichts in den lokalen Medien ist: Durch die direkte Ansprache wird mehr Interesse geweckt als auf Social Media. Man begegnet Bekannten, es entwickeln sich Gespräche zum Roman, zur Idee, zum Schreibprozess, und nicht selten wird er auch gekauft. Auch aus dem Grund, weil man im wahrsten Sinne des Wortes kein unbeschriebenes Blatt ist. Vorhergehende Romane sind ebenfalls aufgrund Presseberichte bereits bekannt und gelten durch – nicht zu unterschätzen – Mund-zu-Mund-Propaganda als Empfehlung. „Bruderküsse“ ist als Print-on-Demand auch im Buchhandel erhältlich und das spielt bei einigen Menschen eine wichtige Rolle. Sie wollen den lokalen Buchhändler sowie die Innenstadt als eine attraktive und lebendige (Begegnungs)Zone unterstützen.
Aus meiner Erfahrung heraus sind Buchungen in Newslettern ein werbewirksames Mittel, um Leser*innen auf eine Neuerscheinung aufmerksam zu machen. Sobald ich die ASIN- und ISBN-Nummern für „Bruderküsse“ hatte, habe ich bald nach der Veröffentlichung die Plätze gebucht. Diese Art von Werbung hat meinen Verkäufen nachgeholfen, und immerhin war die bisher beste Platzierung im Amazon Kindle-Shop bei Rang Nummer 7858, und bei Nummer 40 in der Unterkategorie Mystery, Thriller & Spannende Historische Belletristik.
Natürlich gebe ich mich nicht der Illusion hin, dass dieses Ranking lange hält. Auf Amazon geht es schneller wieder runter als hinauf. Aber ich bin zufrieden, dass ich so weit gekommen bin, dass „Bruderküsse“ (auch auf anderen Plattformen außer dem großen A) wohl einige Menschen angesprochen hat, und jetzt ist gut. Hätte ich innerhalb eines Monats aktiven Marketings mehr erreichen können? Wenn ja, was?
Ich gebe zu, dass „Bruderküsse“ kein gefälliger Roman ist. Er ist eine Bonnie und Clyde-Geschichte und seine Protagonist*innen sind voller Abgründe. Er soll Menschen ansprechen, die sich für Geschichte und das Weltgeschehen interessieren und ein bisschen Ahnung von Politik haben. Ich habe mich damit etwas getraut, und trauen kommt von sich selbst treu bleiben.
Es heißt, alles neu macht der Mai. Langsam, aber beständig widme ich mich wieder meinen anderen Projekten, die auf mich warten mussten.