No(ir)vember

Themen: Schreibtagebuch, Schreiben, Roman, Trivia

Nebel, erste Fröste und kahle Felder, über die das Geschrei der Raben hallt – der November ist nicht gerade der beliebteste Monat. Er gilt als grau und trist, die Tage werden noch kürzer und es zieht uns nach Drinnen. Dabei stimmt uns eben diese Ruhe auf die besinnliche Zeit ein …

Denkt ihr. Ich habe eine Aktion für euch.

Nachdem der November so ein düsterer Geselle ist, habe ich den ganzen Monat über „Bruderküsse“ im Angebot. Als Dankeschön zum Abschluss meines Schreibjahres ist das Ebook für € 2,99 in allen Online-Buchshops erhältlich, nicht nur auf Amazon. Was passt besser in die Spätherbststimmung als ein Spionageroman voller raffinierter Intrigen, den Schachzügen der Geheimdienste auf dem Spielfeld des politischen Bonns, dem Flair der alten Spielfilme aus den 1970er Jahren und einer gefährlichen Ost-West-Liebesgeschichte?

In die trübe Novemberstimmung passt nun auch das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen. Ich möchte mich nicht näher darüber auslassen, sondern vielmehr den Bogen zu „Bruderküsse“ spannen. Denn gewisse Parallelen zwischen den US-Wahlen 1972 bestehen, und der Subplot nimmt auch Bezug zur Watergate-Affäre. Obwohl damals bereits bekannt war, dass der damalige US-Präsident Richard Nixon die Zentrale der Demokraten im Washingtoner Watergate-Komplex ausspionieren ließ, wurde er wiedergewählt. Als wertekonservativer Amerikaner gibt Francis selbstverständlich in der amerikanischen Vertretung seine Stimme für ihn ab. Nachzulesen ist diese Szene im Buch, und ihr werdet auch Francis in all seinen Facetten kennenlernen.

Nun aber zu meinem sanfteren Werk und meinen Fortschritten daran.

Mit Concorde geht es voran, auch wenn ich meine ursprüngliche Deadline nicht einhalten konnte. Anfangs war ich davon ausgegangen, das Manuskript des ersten Teils würde im Oktober fertig sein. Ich hatte es unterschätzt, „nur“ einen „leichteren“ Roman zu schreiben.

In meine Charaktere fließt sehr viel Arbeit, damit sie überzeugend und lebendig werden. Ich wünsche mir, dass sie euch während des Lesens wie Freunde begleiten und ihr euch in ihnen wiederfindet. Sie entwickeln ein reges Eigenleben, müssen mit Rückschlägen fertigwerden, wieder aufstehen und um das kämpfen, was sie lieben: Ihre Träume. Ich werde Konstanze, Anthony sowie die wichtigsten Nebenfiguren nach und nach vorstellen. Welche Tropes vorkommen, kann ich schon andeuten:

Not like the other girls (das ist Konstanze definitiv, obwohl sie Stewardess aus Leidenschaft ist und ihre Passagiere mag)

Enemies to lovers (ihre erste Begegnung mit Anthony) und

Workplace romance (worüber ich nicht mehr verrate).

Wie in allen meinen Romanen ist mir bei Concorde wichtig, dass die Fakten stimmen. Natürlich ist ein Roman immer ein fiktives Werk, das um wahre Ereignisse gewoben wird, aber ich möchte bei den Tatsachen bleiben. Auch über die Concorde habe ich von ihrer Testphase bis zu ihrem ersten kommerziellen Flug im Januar 1976 viel recherchiert, gelesen und alte Filmaufnahmen angesehen. Ich entdecke immer wieder Details, die ich mit in die Atmosphäre packe. Wie lief der Check-in ab? Es gab eigene Concorde-Schalter und eine extra Lounge für die Reisenden. Am Gepäckanhänger – ein goldenes C mit Krone in der Mitte – erkannte man bereits die Exklusivität, mit ihr zu reisen. Welche Bordmenüs wurden serviert? Die Legende ist wahr, es gab Hummer und Champagner, aber das am meisten servierte Getränk war tatsächlich Light-Cola. Was daran lag, dass die (erst später angeflogene) Verbindung zwischen London und New York zumeist von Geschäftsleuten genutzt wurde und man Verhandlungen besser mit klarem Kopf führt. Ich finde noch heraus, welche Stars mit der Concorde geflogen sind.

Nicht nur durch die Recherchearbeit habe ich wieder Neues erfahren, was mir auf den ersten Blick noch nicht so bewusst war. Ich lerne mich auch in Geduld zu üben. Natürlich kann ich es kaum erwarten, bis Figur A mit Figur B ihre oder seine Gefühle offenbart oder dieses oder jenes Ereignis passiert. Am liebsten hätte ich die komplette Geschichte bereits erzählt und müsse nur noch das Wort Ende daruntersetzen.

Aber der Weg ist das Ziel und ich werde lieber einmal einen, zwei Schritte zurückgehen und nochmals Szenen überarbeiten, kürzen oder ausschmücken. Ich werde auch meine Deadlines großzügiger setzen und darauf vertrauen, dass nicht zuletzt ich zufrieden bin mit dem Ergebnis.

Veröffentlicht von autorinirahabermeyer

Ich bin Autorin aus Leidenschaft für Geschichte und insbesondere das 20. Jahrhundert. Auf dieser Seite lasse ich jede*n gerne mitlesen, wie aus einer ersten Idee, einer Inspiration oder einer Faszination ein Roman oder eine ganze Reihe entsteht.

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