Recherche vor der Haustür – Making of „Der rote Falke“ #1

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Einige Plotbunnies verfolgen mich in letzter Zeit, tatsächlich sind es zwei, die sich zu Romanen entwickeln. Einer davon wird die nächste Cold War Fiction. Die Idee, einen Roman über die Ära Willy Brandt und die Guillaume-Affäre zu schreiben, hatte ich nach „Das deutsche Spiel“, meinem bisher einzigen Werk mit Schauplatz in Deutschland. Angesprochen hatten mich die goldenen 1970er Jahre mit ihren Ereignissen wie auch ihrer Ästhetik schon längst, die alte Hauptstadt Bonn, die Atmosphäre der BRD als junge, lebendige Demokratie und natürlich Willy Brandt als historische Persönlichkeit im Subplot. Jedoch hatte ich weder passende Protagonist*innen, noch eine Geschichte, die mich selbst begeistern würde.

Mit Rimas entwickelt die Ur-Idee ein Eigenleben. Oh, ich vergaß, ihn vorzustellen, denn nur die Beta-Leser von „Eis und Bernstein“ kennen den Schrecken von Vilnius: Rimantas Kazimieras Rutkus, General des KGB. Als absoluter Widersacher, Mastermind düsterer Komplotte war er gewiss nicht als glorreicher Held angedacht – und wurde doch zum heimlichen Star meiner Litauen-Saga. Mit „Steppenfalken“, Silvias und meinem nächsten, voraussichtlich im Frühsommer 2022 erscheinenden Crossover, bekommt er sein Spin-Off. Nun ist das zweite dran. „Der rote Falke“ ist geschlüpft und wird im Spätsommer 1972 über Ost-Berlin in die BRD eingeschleust.

Teil meiner Recherche: Die Eröffnung der Olympischen Spiele in München 1972. Bestimmt beobachtet Rimas den Einzug der sowjetischen Mannschaft mit großem Interesse.

Eine von Rimas‘ Stationen, der Undercover als schwedischer Journalist die Aktivitäten der HVA (Hauptverwaltung Aufklärung, DDR) beobachten soll, sind die Olympischen Spiele in München. Praktisch habe ich einen Schauplatz fast vor der Haustür. Also beginnt die Recherche. Welche Autotypen fuhren damals durch Westdeutschland? Wie sah München im Jahr 1972 aus? Noch immer zeugen Ecken abseits des Marienplatzes und der schicken Brienner Straße davon und lassen mit ihren graustichigen Hausfassaden und verwinkelten Hinterhöfen in diese Zeit hineinspüren. Damals war die Neuhauser Straße vom Marienplatz bis zum Stachus eine Hauptverkehrsstraße und die U- und S-Bahn waren gerade eröffnet. Der Oberbürgermeister hieß Hans-Jochen Vogel. Ich war bereits einige Male am Olympiastadion, im Park und im Olympischen Dorf, aber künftig werde ich mit anderen Augen und Wahrnehmungen durchlaufen.

Wie wird sich Rimas, der aus einer Sowjetrepublik kommt, angesichts der vollen Läden und des Angebots an allem fühlen? Wahrscheinlich prasseln unendlich viele Reize auf ihn ein, wenn er sich in den Westen begibt. Jedenfalls wird er bei der Eröffnungsfeier von Olympia ’72 in den Rängen sehen und bewundern, was ich bewundere.

Eingetaucht in die 1970er, ein Jahrzehnt, das mich nicht nur vom Stil inspiriert

Nach dem Zwischenstopp in München schwebt „Der rote Falke“ in Bonn ein und begibt sich in den Dunstkreis des Kanzleramts. Rimas weiß, was nur wenige wissen, und hat sein wachsames Auge darauf, damit nichts schief läuft. Außerdem soll er Moskau Bericht erstatten, ob Bundeskanzler Brandt die Entspannungspolitik weiterhin umsetzen kann. Doch Rimas kann sich nicht in Frieden wähnen, denn der NSA ist in Form von Francis Lee Hayworth, einem Mann aus dem Bible Belt, an ihm dran …

Soviel zu Cold War Fiction die Dritte, in der ich Litauen und Deutschland verbinden möchte.

Veröffentlicht von autorinirahabermeyer

Autorin Cold War Fiction-Romane

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