Themen: Roman, Historischer Roman, Zeitgeschichte, 1950er Jahre, Deutschland, USA, Freising
»Erinnerst du dich, ma belle?«, rief Adrien zu Romy herab und reichte ihr die Hände. »I belong to you.«
Wie geht die Heimat zwischen den Kontinenten-Saga nach diesere Schlussszene weiter? Ich muss spoilern, doch der Klappentext von Band 1 nimmt vorweg, dass Romy und Adrien nur auf geliehene Zeit leben und lieben.
Nachdem Adrien sich mit jemandem angelegt hatte, dessen Verbindungen bis nach Washington reichen, wurde er in den Koreakrieg eingezogen. Gezwungenermaßen bleibt Romy in Freising zurück, ist Cäcilias Gemeinheiten ausgesetzt und verfolgt dennoch ihr Ziel, auf der Meisterschule für Mode ihren Meisterbrief zu erreichen. München bietet Romy dabei ungeahnte Möglichkeiten und neue Freundschaften und ihr Weg führt sie sogar nach Paris.
Doch was bedeutet das für Adrien? Gibt Romy ihn dabei auf oder bleibt der Kontakt bestehen?
Stahlblüten statt Sommerblüten
Ursprünglich sollte der Arbeitstitel für den zweiten Teil Sommerblüten lauten Er hätte auch Sinn ergeben, sei es aufgrund der späteren Handlung oder der Anspielung auf die 1950er Jahre.
Doch je weiter ich mit der Fortsetzung kam, desto mehr zweifelte ich an diesem Titel. Denn sie beginnt mit einer Kriegsszene, handelt von Gewalt, einem Konflikt, der bis heute noch mit keinem Friedensabkommen beendet wurde, und mit Adriens Gefangenschaft in einem chinesischen Lager. Plötzlich kann er nicht mehr bestimmen, was geschieht. Seine Kriegsgefangenschaft, die Versuche, ihn ideologisch zu brechen und sein Überleben machen einen wesentlichen Teil des zweiten Bandes aus.
Auch Romy muss sich gegen die Härte, die ihr entgegenschlägt, behaupten. Cäcilia versucht sie ebenfalls zu brechen und die lästige Stieftochter an den biederen Jackl verheiraten, damit ihr die Flausen wie Meisterschule für Mode und von der Rückkehr des Ami träumen, vergehen.
Romy muss ihren Weg finden und ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren. Die Schule in München, neue Freunde und eine Stelle als Änderungsschneiderin in einem Modegeschäft an der Brienner Straße geben ihr Halt und eine neue Richtung. Ihr bieten sich neue Möglichkeiten, sie reist sogar nach Paris, wohin sie immer wollte.
Gibt es ein Wiedersehen?
In Zeiten wie diesen und unter schwierigen bis unmöglichen Umständen scheint es fast aussichtslos, einander wiederzufinden und an Zukunftspläne festzuhalten.
Für Adrien bedeutet Freiheit, dem Lager zu entkommen und er beobachtet und erwägt genau, wann und wo er fliehen kann. Für Romy ist Freiheit Selbstbestimmung und sie muss sich ständig neu in einer Welt behaupten, die von ihr nur Gehorsam bis zur Selbstaufgabe verlangt.
Ich fiebere genauso mit Romy und Adrien mit, wie es ihr, liebe Leserinnen und Leser tun werdet. Damit seine Erlebnisse so realistisch und authentisch wie möglich dargestellt werden, habe ich ausgiebig recherchiert. Noch bin ich mitten in der Handlung und leite die beiden durch das große Unbestimmte, durch Hoffnung und zu dem Punkt, an denen sie die Realität einholt.
Wann wird der Wendepunkt kommen? Besteht die Möglichkeit eines Wiedersehens an einem der grausamsten Orte, die man sich vorstellen kann? Und wann gibt man einen geliebten Menschen auf, wenn überhaupt?
